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Roco Club Reise 2007 - 150 Jahre Südbahn
Als es Anfang des Jahres hieß, die kommende Reise des Roco Clubs würde in Richtung Triest führen, stand für einige von uns - vor allem aber für den Verfasser dieses Berichts - fest, dass man da auf keinen Fall fehlen durfte!
Dass dabei auch noch das Jubiläum "150 Jahre Südbahn" gefeiert würde, ging allerdings damals ein wenig unter. Aber ein würdiger Anlass für eine schöne Fahrt, wie sich herausstellen sollte.
Freitag, 25. Mai:
Fahrt frei für unsere Reise. Von Salzburg aus ging es, eingereiht in einen regulären InterCity nach Wien.
Laut Programm sollte anschliessend der Firmenstandort der Modelleisenbahn GmbH in Gloggnitz besichtigt werden. Da unser Sonderzug für diesen Freitag Nachmittag aber keine freie Trasse bekommen hat, mussten wir auf Busse umsteigen. Dank unseres Busfahrers (das gilt zumindest für den Fahrer des ersten Busses), war die Fahrt sehr unterhaltsam und alles andere als langweilig. Und Dank des Staus auf der Autobahn konnten wir gleichzeitig eine Sightseeing Tour über Nebenstrassen geniessen.
In Gloggnitz selbst machte und die brütende Hitze zu schaffen. Die Luft war so schwül, dass man sie im wahrsten Sinn des Wortes schneiden konnte. Dennoch war die Besichtigung interessant. Neben der Spritzerei, in der sämtliche Kunststoffteile für die Modelle erzeugt werden, konnten wir den Werkzeugbau und das Formenlager, das eigentlich "Vermögen" der Firma besichtigen.
Im Werk werden auch sämtliche Stromabnehmer erzeugt. Hier eine kleine Auswahl an verschiedenen Stücken.
Abends stand ein Heurigenbesuch am Programm. Die Leute in dem Ort werden nicht schlecht gestaunt haben, als plötzlich drei moderne Postbusse durch die engen Gassen gekommen sind.
Am Samstag, den 26. Mai ging es dann von Wiener Neustadt aus mit der 1010.10 über den Semmering. Der Zug hatte mittlerweile eine stattliche Länge, denn aus Wien kamen weitere Fahrgäste der ßBB Erlebnisbahn.
Tja, was tut man nicht alles für den Club... Besonders viel Schlaf dürfte der Autor dieser Zeilen nicht bekommen haben. Ausserdem hat sich eine alte Weisheit bestätigt: Niemals Wein und Bier an einem Abend zusammen trinken. Fürchterlich....
In Villach stiess noch ein dritter Zugteil dazu. Dieser kam von Salzburg, gezogen von einer 1245.

Die 1010 präsentierte sich während der Wartepause von ihrer besten Seite.
Das Nostalgiewaggons schon einige Jahre auf dem Buckel haben, haben wir auch bemerkt, als es galt, die Armlehne provisorisch zu befestigen. Auf jeden Fall einen nette Beschäftigungstherapie für die Beteiligten.
In Jesenice wurde von der 1010, systembedingt, auf die 664-115 der Slowenischen Eisenbahnen gewechselt. Diese Loks sind amerikanischen Ursprungs, und erhielten in Slowenien den Spitznamen "Kennedy".

Sehr beeindruckend war der Sound der Lok. Vergleichbar mit zwei gleichzeitig startenden DC6, nur lauter und auch stinkender. Einfach herrlich!
Die Fahrt führte uns auf die Wocheinerbahn, die ehemalige private Verbindung der Südbahngesellschaft mit Triest. Vom einstigen Glanz sind nur noch einige schöne Bahnhofsgebäude geblieben und auch ettliche schöne Brücken und Viadukte.

Einiges Aufsehen erregte unser Sonderzug aber doch, dieser Streckenteil bis Villa Opicina an der italienisch-slowenischen Grenze wird fast nicht mehr befahren, und wurde eigens für unseren Sonderzug freigegeben. Die wartenden Fotografen freute das natürlich.
Beim Grenzaufenthalt in Villa Opicina hatten wir fast den Eindruck, als würden wir nach Nordkorea einreisen. Interessanterweise wurden wir bei der Einreise nach Slowenien gar nicht kontrolliert.
Es ging mit der 728 022 bis nach Triest Centrale. Die 728 022 ist eine nach dem ersten Weltkrieg in Italien verbliebene ehemalige Dampflok der Reihe 156.

Leider machten Probleme mit dem Villacher Speisewagen einige lästige Aufenthalte auf der Strecke notwendig. Von Pünktlichkeit also keine Spur.

Detail am Rande: Der Lokführer der hier auf dem Aurisina-Viadukt entgegenkommenden E 633 der FS liess es sich nicht nehmen, während der Fahrt ein Foto von unserem Sonderzug zu machen.
Am Sonntag, den 27. Mai stand der Besuch des Schlosses Miramare auf dem Programm. Bevor die Führungen begannen, war eine Stärkung mit Kaffee angesagt.
Nach dem Kulturprogramm war viel Geschick notwendig: Im Triebwagen bekamen wir ein Lunchpaket, das alle gierig verschlangen. Leider ist der Platzbedarf nicht wirklich auf mitteleuropäische Menschen zugeschnitten. Aber es machte trotzdem Spaß, vor allem aber auch, wenn man seine Mitfahrer beobachten konnte: Da gab es einen älteren Herren, der mit zwei Stofftieren in der Tasche reiste, und den armen Viecherln doch glatt die beste Aussicht vom fenster aus spendierte, eine andere Dame liess es sich nicht nehmen, ihrem kleinen Stoffbären Triest vom Zug aus zu zeigen....
In Triest Campo Marcio befindet sich ein kleines, aber feines Eisenbahnmuseum. Neben einigen Dampfloks und Personenwagen konnte auch diese typisch italienische Triebwagengarnitur besichtigt werden.

Dieser Bahnhof war einstmals der Endbahnhof der privaten Südbahngesellschaft.
Petrus hat es allerdings nicht besonders gut mit uns gemeint. Nach ein paar zaghaften Tropfen begann es regelrecht zu schütten, nein, um ehrlich zu sein, es hat im wahrsten Sinne des Wortes "geschifft".

Schliesslich hat die ganze Gruppe fast eine Stunde im Museum ausgeharrt, bis der Regen endlich nachließ.
Auf die Stadtführung haben wir dann verzichtet, und sind zu Fuss in Richtung Hotel marschiert. Unterwegs haben wir uns dann bei jedem neuerlichen Wolkenguss in irgendeinen Hauseingang geflüchtet. Nass sind wir trotzdem geworden.
Anscheinend hatten wir das zweifelhafte Glück, dass wir genau jenes Jahrhundertereignis erlebt hatten, mit dem wirklich niemand gerechnet hat. ßberall in der Stadt standen die Strassen unter Wasser, hier am Bahnhof hat es dann sogar noch für einen Wasserfall gereicht.

Der Bahnhof selbst, wo wir auf einen Kaffee hin wollten, war gesperrt, weil alles unter Wasser stand. Der Umstand machte es natürlich nicht leichter, ein Lokal, das offen hat, zu finden.
Abendessen beim Italiener. Um ehrlich zu sein, handelt es sich hier um das zweite Abendessen. Was wäre Italien ohne Pizza? Eben. Und da wir in dieser Beziehung leichte Mangelerscheinungen hatten, musste es ja quasi sein....
Die berühmte Strassenbahn von Triest. Schade, wir wären gerne damit gefahren, aber ein netter Bediensteter hat uns unmissverständlich klar gemacht, dass die Tram wegen Regen "kaputto" sei... so ein Glück aber auch.
Die E626! Jenes stahlgewordene Ungetüm, dass schon im Roco Katalog neugierige Blicke auf sich zog. Nicht ganz so exotisch zwar, wie italienische Drehstromloks, aber eine Lok mit Charakter allemal. Ganz im Gegensatz zu dem Taurus Einerlei der heutigen Zeit.

Mit der E 626 238 des Triestiner Eisenbahnmuseums ging es dann im Sonderzug am Montag, den 18, Mai wieder Richtung Heimat. Mit dieser lok leider nur bis Villa Opicina, von wo aus wir mit einer slowenischen Ellok bis Laibach gezogen wurden.
In Laibach hatten wir Zeit, das dortige Eisenbahnmuseum zu besichtigen. Der Rundschuppen ist wunderbar renoviert, im Inneren stehen einige bestens gepflegte Dampfloks. Am Freigelände jedoch wartet noch einiges an Arbeit.
Urig: Die Loks der Reihe 362 der slowenischen Eisenbahn können ihre Verwandschaft zu der italienischen E 636 nicht leugnen. Akustisch und optisch ein Hingucker.
Und das war dann auch schon fast das Ende der Reise. An der Grenze übernahm wieder die 1010 den Zug, und führte uns über Villach und die Tauernbahn bis Salzburg zurück. Anstrengend zwar, aber immerhin eine Reise mit vielen Erlebnissen, viel Spaß und guter Laune.
Man darf gespannt sein, wohin die nächste Reise führen wird.
Autor: Michael SchleifenbaumErstellt am: 28.05.2007Zuletzt bearbeitet: 22.09.2007