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Der Waldviertler Schmalspurbahnverein

Der Waldviertler Schmalspurbahnverein betreibt die Strecke von AltNagelberg nach Heidenreichstein im niederösterreichischen Waldviertel. Das Streckennetz rund um Gmünd entstand um 1900 und erstreckt sich von Groß gerungs im Süden bis Litschau im Norden. In Altnagelberg zweigt die vom WSV seit 1987 betriebene Strecke ab und endet nach ca. 13 Kilometern in der Stadt Heidenreichstein. Die Strecke weist die für Österreicht typische "bosnische" Spurweite von 760 mm auf. Der Personenverkehr auf den beiden Nordästen wurde 1986 eingestellt, der Güterverkehr einige Jahre später. Bekannt waren die Strecken vor allem für den Betrieb mit Dampfloks der Reihe 399, der sich bis zuletzt gehalten hat. Zudem verlaufen ab Altnagelberg beide Strecken ca. 2 Kilometer parallel, ein bekanntes Fotomotiv waren hier immer die Doppelausfahrten.
Der WSV hat sich zum Ziel gesetzt, die Strecke zu erhalten, und im Stil der 1970er, 1980er Jahre zu betreiben. Neben der Erhaltung der Fahrzeuge muss vor allem der Strecke und ihren baulichen Anlagen antsprechendes Augenmerk gewidmet werden.

Grund für den Bericht hier auf unserer Seite ist das Engagement einiger Mitglieder "im hohen Norden". Heidenreichstein ist von Salzburg zwar nicht ums Eck, aber immer wieder eine Reise wert, und die Arbeit an den Fahrzeugen und auch das Fahren damit, macht sichtlich Spaß.
Star der Strecke ist die 2091.09. Die Lok wurde 1938 gebaut und war zuletzt als Nostalgielok bei ÖBB und NÖVOG im Einsatz, bevor der Verein das Fahrzeug erweben konnte. Die 2091 ist eine dieselelektrische Lokomotive (ursprünglich als Gepäcktriebwagen gebaut) und funktioniert nach dem GEBUS Prinzip. Die 2091.09 trägt die Hauptlast des Personenverkehrs auf der Strecke.
Die 2091.09 wurde 1979/80 umgebaut und erhielt einen niedrigeren Gepäckvorbau. Die Gepäckräume wurden fast nie ihrem eigentlichen Zweck entsprechend genutzt, bieten aber jetzt ausreichend Platz für Werkzeuge und Betriebsstoffe.
Der Führerstand der 2091 ist recht geräumig. In der Mitte erkennt man den Führerhebel, mit dem die Drehzahl des Dieselmotors und damit die Stromversorgung der beiden Fahrmotoren geregelt wird.
Revisionsarbeiten gehören natürlich auch zum Alltag. Hier wurde bei dem SGP R8 Motor der 2091.09 u.a. eine defekte Zylinderkopfdichtung getauscht. Der Motor leistet 210 PS und hat einen Hubraum vom 26,8 Litern.
Zweiter Star der Strecke ist die im Privatbesitz befindliche 2091.02. Die Lok wurde in jahrelanger Arbeit in den Ursprungszustand zurückversetzt und wird vom WVS als Ersatzlok für die 2091.09 herangezogen. Die 02 ist die älteste noch betriebsfähige Lok der Reihe 2091.
In Altnagelberg besteht Anschluss an die Züger der NÖVOG zwischen Gmünd und Litschau. Während des Planverkehrs in den Sommermonaten finden dabei regelmäßig die bekannten Parallelein- und ausfahrten beider Züge statt. Beliebt beim Wackelsteinexpress (so nennt sich der WSV auch) ist der Aussichtswagen, von dem aus man die Natur und da vor allem die Fahrt durch die Wälder geniessen kann.
Neben den ehemaligen 2095 und 5090 kommen auch die beiden Dampfloks der NÖVOG (Mh1 und Mh4)zum Einsatz. Auf den 2 Kilometern bis zur Abzweigung liefern sich beide Züge ein "Rennen".
Alle Triebfahrzeuge des WSV auf einem Bild, teils versteckt. 2091.02 und 2091.09, links die 2092.04 (in Aufarbeitung), die JW100 (Bauzuglok), die Draisine X619.902 (in Aufarbeitung) und die 2091.07 im Hintergrund unter der Plane. Der Schneepflug gehört seit 2014 zum Verein.
Wen jetzt die Lust gepackt hat, vielleicht mal ins schöne Waldviertel zu fahren, findet hier weitere Informationen:

WSV

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Autor: Michael SchleifenbaumErstellt am: 22.05.2016Zuletzt bearbeitet: 22.05.2016