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Ein Thema, das so gut wie es ging immer wieder verschoben wurde, war die Elektroinstallation im Anlagenraum. Durch permanente Umbauten und Erweiterungen unserer Anlage und des Ausstellungsraumes musste die Elektrotechnik in den letzten Jahren stark leiden und wurde ziemlich in Mitleidenschaft gezogen. Als dann kurz vor der Weihnachtsausstellung 2011/2012 der Strom ausfiel, sobald man an bestimmten Stellen der Anlage klopfte, beschloss der Vorstand, dass die gesamte Versorgung des Anlagenbereiches erneuert werden sollte. Nach einer kurzen Verschnaufpause nach der Ausstellung im Jänner begann man im Februar mit der Planung eines neuen Verteilerkastens, da der alte aus allen Nähten platzte. Erste Pläne wurden gezeichnet und ein Kostenvoranschlag eingeholt. Weiters wurde ein günstiger Platz für den neuen Kasten gesucht, da der alte Kunstoffverteiler unter der Anlage platziert war und somit die Höhe nicht ausreichend gewesen wäre.

Schlussendlich wurde auch ein geeigneter Platz für den neuen Verteiler gefunden. Im Shopbereich ist er gut zugänglich und während der Ausstellung hinter der Eingangstür in den Austellungsraum versteckt. Dieser Platz war insofern günstig, da es sich bei dieser Mauer nur um eine Verblendung handelt hinter der die Schiebetür verläuft. Am Anfang unterschätzte man jedoch die Tiefe eines derartig großen Verteilers. Uns standen 18cm Tiefe zur Verfügung, jedoch war der Verteiler 24cm tief. Kurzerhand wurden unsere beiden Spenglermeister zum Projekt hinzugezogen. Diese schnitten die Blechteile zurecht und fügten diese mithilfe von Blindnieten wieder zusammen. Anschließend wurden mithilfe einer Stichsäge die Konturen des Verteilers aus der Wand herausgesägt.
In diesem Zuge möchte ich mich auch gleich bei unserem Kassier für die Staubentwicklung im Shopbereich entschuldigen! :-D


Als erstes wurde mit dem Aufsetzen der Komponenten begonnen. Diese stammen fast ausschließlich von der Firma EATON (ehemalig Möller). Anschließend wurde mit der Verdrahtung des DIN-Schienen-Gerüsts begonnen. Um eine saubere Trennung von Schaltkasten und darauffolgender Verkabelung zu erzielen wurden Reihenklemmen der Firma Phoenix Contact verwendet. Auf Wunsch unsere Vizepräsidenten sind alle Knicke der Aderleitungen exakt im rechten Winkel ausgeführt.

Im oberen Drittel des Gerüsts befinden sich die Steuerspannungsversorgung und die beiden FI-Schienen mit den jeweiligen Automaten. Abgesichert werden absofort alle Teile mit 13 Ampere Sicherungen mit einer C-Auslösecharakteristik. Nur bei den drei Zweigen für die Eisenbahntrafos wurde auf D16 Automaten zurückgegriffen, da diese Trafos mit einer Scheinleistung je ca. 500VA einen sehr hohen Einschaltstrom aufweisen. Insgesamt sind zur Zeit auf unserer Anlage 9 Stück von diesen Trafos platziert.
Die Aufteilung des Anlagenraumes auf 2 FIs erfolgte aus Sicherheitsgründen. Sollte zum Beispiel während der Ausstellung irgendein Trafo defekt werden und einen Strom gegen PE ableiten, so würde die Beleuchtung des Ausstellungsraumes weiterhin intakt bleiben.
Ein dritter, einphasiger FILS sichert die Stuerspannung ab. Wir haben die Spannungsfreischaltung der Anlage so gelöst, dass über einen Hauptschalter alle drei Phasen per Leistungsschütz geschaltet werden können. Eine weitere Sicherheitsvorrichtung ist eingebaut, sodass die Computer nicht "abgewürgt" werden können. So wird der Hauptschalter von den Computern überbrückt, solange sie eingeschaltet sind. Erst nach ordnungsgemäßem Herunterfahren kann der Schütz fallen, und der gesamte Anlagenraum ist stromlos.

Nachdem das Gerüst fertiggestellt war ging es an den Einbau in die Wand und an den Anschluss der Verbraucher. Leider gestaltete sich dieser Schreit als weit umfangreicher als zuvor angenommen. Durch permanente Erweiterungen der Anlage ist aus dem einst übersichtlichen Verkabelungsaufbau ein wildes Kabelwirrwarr entstanden. So musste jedes einzelne Kabel verfolgt und neu nummeriert werden. Durch eine stärkere Absicherung mussten zusätzlich einige Leitungen ausgetauscht werden.
Wichtigstes Ziel dieses Umbaues war die Verlegung der 230V-Schiene in einen vor Berührungen geschützten Bereich. Wie man aus dem Bild links entnehmen kann ist dieses Vorhaben auch gelungen. Die einzigen Leitungen, die noch frei herumlaufen, führen die 24V Steuerspannung.

Unter der Anlage befindet sich ein weiterer kleiner Kunstoffverteiler, der die Dauerstromverbraucher absichert. Diese sind zum Beispiel die Halogenstrahler rund ums Haus oder die Notausgangsbeleuchtungen.
Weiters befinden sich die Relais für die Computer-Selbsthaltung und diverse Klemmen, unter anderem für das Bedienpanel, im Verteiler.

So sieht der Kasten schlussendlich aus. Aufgrund von Lieferschwierigkeiten sind einige unwichtige Relais noch nicht im Kasten eingebaut. Diese werden eingebaut, sobald sie geliefert werden können.
Zum Abschluss noch kurz etwas zur Dokumentation: Erstellt wird diese mit einer professionellen Software für elektrotechnische Anlagen. Zuerst habe ich versucht die Schaltungen mithilfe meiner Leiterplattensoftware zu dokumentieren, jedoch stieß ich sehr bald an die Grenzen des Machbaren. Es ist zu hoffen, dass neben der Landesverteidigung auch noch genug Zeit bleibt, um diese Doku zeitgerecht fertigstellen zu können.

Es folgt noch ein kurzer Ausblick auf zukünftige Projekte. Zur Zeit arbeite ich gerade an einer neuen Steuerungsplatine für die Faller-Car-Autos. Diese basiert auf dem IEEE 802.15.4 Standard (Zigbee) und sollte die Infrarotübertragung ablösen. Durch diese neue Technologie wäre es möglich Daten bidirektional zwischen dem Auto und dem Steuercomputer auszutauschen. Dieses Unterfangen gestaltet sich jedoch aufgrund der kleinen Bauweise und der hohen Frequenz als sehr schwierig.
Autor: Niki CzeplErstellt am: 22.07.2012Zuletzt bearbeitet: 22.07.2012