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Der Burgberg
Die Festung Hohenwerfen im Salzachtal, unweit von Bischofshofen, ist sicherlich vielen ein Begriff. Jeder, der schon einmal die Tauernautobahn entlang gefahren ist (oder sich im Sommer dort gestaut hat), dem wird diese Burganlage aufgefallen sein. Ihr Platz, unübersehbar inmitten des engen Salzachtales ließ sie zu einem Anziehungspunkt für Touristen werden, auch Filme und Serien wurden dort gedreht.

Der Entschluß, eben diese Burg nachzubauen, wurde relativ schnell gefaßt. Die Idee war anfangs, den bestehenden Burgberg zu renovieren und vielleicht ein wenig aufzuwerten. Die Festung Hohensalzburg schied wegen ihren Ausmaße von vornherein aus, einzig Hohenwerfen konnte, mit ein paar Abstrichen in puncto Maßstäblichkeit, halbwegs stimmig nachgebildet werden.
So präsentiert sich die Festung Hohenwerfen von der Strasse zur Eisriesenwelt aus gesehen. (19. März 2006)
Noch vor der Weihnachtsausstellung 2005/2006 entstanden erste Zeichnungen und ein Urmodell, angefertigt von unserm Kollegen Helmut Till, der seine besonderen Fähigkeiten auch schon beim Bau der Salzburger Altstadt und vieler anderer Szenen unter Beweis gestellt hat. Und frei nach dem Motto "Alter schützt vor Torheit nicht", machte er sich ans Werk.
Die alte Burg: Das Modell stammte von Kibri und ist eine Nachbildung der Burg Falkenstein an der Südrampe der Tauernbahn. Der ganze Berg war schon sehr in die Jahre gekommen, und war dringend sanierungsbedürftig.
Gleich nach der Ausstellung, im Februar 2006, begannen die Abrissarbeiten. Dabei stellte sich heraus, daß der ganze Berg neu gebaut werden mußte, da seine Standfestigkeit sehr unter dem nachträglichen Einbau der Schmalspurstrecke gelitten hat.. Modellbahnarchäologisch interessant waren auf jeden Fall die verwendeten Materialien: Plastiksackerl, Jute-Taschen, Stoff, Gips, PU-Schaum und Styropor... eigentlich alles, was man im Landschaftsbau in den letzten 20 Jahren verwendet hatte.
Hier nimmt unser Präsident Hermann Pirhofer höchstpersönlich die erste Stellprobe vor.
Anfangs war noch geplant, die Standseilbahn in den Berg zu integrieren. Deshalb wurde die Trasse provisorisch abgestützt.
Das Gerippe des Berges entsteht. Wichtig war, daß man in Zukunft vor allem im Inneren des Berges viel Platz und Bewegungsfreiheit haben sollte, um die Trasse der Schmalspurbahn und des Car-Systems erreichen zu können.
Das Holzgerippe wurde anschließend mit einem leider zu grobmaschigen Hasengitter überzogen und anschließend mit PU-Schaum ausgeschäumt. Insgesamt 6 Dosen Schaum wurden verbraucht und, nachdem der Schaum ausgehärtet war, passend zurechtgeschnitten. Nach und nach kamen dann auch die restlichen Teile der Burg hinzu.
Der Schaum wurde mit einer dicken Schicht aus Gips überzogen, und in den noch feuchten, aber bereits festen Gips wurde mit verschiedenen Stemmeisen die Felsstruktur eingearbeitet.
Hier kann man am unteren Bildrand noch gut die Reste der ehemaligen Trasse der Standseilbahn erkennen. Es gibt zwar mittlerweile tatsächlich eine Standseilbahn auf die (echte) Burg Hohenwerfen, die ähnelt aber mehr einer überdimensionalen Alu-Leiter.... Ein Guter Grund, auf dieses Detail zu verzichten.
Sobald der Gips trocken war, wurde der Berg mit einer betongrauen Grundfarbe grundiert. In diesem Stadium konnte man sich dann schon ganz gut vorstellen, wie der Fels ausschauen wird. Seinen Feinschliff aber erhielt er erst durch den Auftrag von stark verdünnter, schmutzig schwarz-braun-grauer Farbe und dem anschließenden Aufhellen mit einem fast trockenen Pinsel mit weißer Farbe.
Der farblich behandelte Fels gehört natürlich auch begrünt. Verschiedene feine Flocken von Woodland und Grasfasern von Heki gaben dem noch nackten Berg langsam ein etwas natürlicheres Aussehen.
Aufgeforstet wurde dann mit den neuen Fichten, Tannen und Lärchen von Faller. Vorbildfotos zeigen einen sehr dichten Bewuchs, nach und nach wird das natürlich auch im Modell dargestellt werden.
Bis auf ein paar kleine Details ist unser neues Highlight fertig. Fast hatten wir befürchtet, daß die Burganlage zu groß, zu dominant werden könnte. Während das Hauptgebäude im Maßstab 1:200 gehalten wurde, wurde das untere Burgtor in 1:120 gebaut; auf diese Weise hielt sich die Größe des Ensembles in Grenzen, und ganz nebenbei erzeugen die verschiedenen Maßstäbe eine erstaunliche Tiefenwirkung.
Autor: Michael SchleifenbaumErstellt am: 17.10.2006Zuletzt bearbeitet: 05.10.2007