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Die Fahrleitung
Die Vielfalt des Themas "Fahrleitung" verdeutlicht dieses Bild ganz gut: Im Hintergrund die altehrwürdige Fahrleitungsanlage im Bahnhof Mariazell, ergänzt durch Betonmasten und moderner Fahrleitungstechnik im Vordergrund. Und auch die Loks, hier die 1099 013, haben schon fast 100 Jahre auf dem Buckel. Ein ideales Thema für die Modellbahn...
Zum Thema Modellbahnfahrleitungen gibt es mittlerweile eine Unzahl an einschlägigen Publikationen (u. a. MIBA-Sonderhefte, einen Band aus der Reihe "ALBA-Modellbahn Praxis" und viele andere). Bei der Wahl der Fahrleitung, sowohl was das Vorbild als auch was das Modell betrifft, entscheidet jeder nach seinem persönlichen Gusto. Manche schwören auf die altbekannten, gestanzten Fahrleitungen von Märklin oder Kleinbahn, andere ziehen die von Sommerfeldt oder neuerdings auch die von Viessmann vor, wieder andere, so wie wir auch, bevorzugen den Selbstbau.

Auf jeden Fall lohnt es sich, das Vorbild ordentlich zu studieren. Zu Beginn der Elektrifizierung in ßsterreich war man von einer genormten Fahrleitung weit entfernt, so gab es die unterschiedlichsten Ausführungen von Masten, Auslegern und Fahrleitungsketten, die sich voneinander optisch und auch technisch stark unterschieden. Die alten Anlagen auf der Salzkammergutbahn, der Mariazellerbahn, der Mittenwaldbahn, Tauernbahn, Westbahn usw. kann man auf diversen Fotos gut vergleichen.

Für Interessierte, die sich in die Materie noch weiter vertiefen möchten, gibt es HIER einen interessanten Link zu einer umfassenden Dokumentation österreichischer, deutscher und schweizerischer Fahrleitungsanlagen.

Wir haben uns auf unserer Anlage für die aktuelle Fahrleitung der ßBB entschieden, wobei auch heute noch diverse Ausführungen anzutreffen sind.
Für einen zukünftigen Rangierbetrieb haben wir die Fahrleitung im Bahnhof Zell um drei Felder Richtung Nebenbahn verlängert. Die Masten entstanden aus H-Profilen und Messing-Schrauben im Eigenbau. Der Ausleger ist von Sommerfeldt. (Für den übrigen Bahnhof verwendeten wir die ßBB-Betonmasten) Die Masten und Ausleger in diesem Bereich sind für eine zukünftige Elektrifizierung der Nebenbahn vorbereitet. (sog. "Lufttrennung" zwischen Bahnhof und Strecke)

Unerlässliches Hilfsmittel für die Montage des Fahrdrahtes (0,5 mm Phosphorbronzedraht) ist entweder eine Lehre oder ein Fahrzeug mit Stromabnehmer. Wenn der Fahrdraht gespannt ist, wird das Tragseil (0,3 mm Phosphorbronzedraht) und anschließend die Hänger verlötet. Alternativ kann man auch die einzelnen Felder der Fahrleitung vorbereiten und analog zur Viessmann- bzw. Sommerfeldt-Fahrleitung einbauen.
Diverse kleinere Zangen und ein guter Seitenschneider sind für den Selbstbau der Fahrleitung unerlässlich. Auch ist ein elektronischer Lötkolben mit feiner Lötspitze einem "Schweißgerät" vorzuziehen.
Detail der Fahrleitung zwischen Zell und Altburg: Beim Vorbild werden Fahrdraht und Tragseil auf höherwertigen Gleisen und auf der freien Strecke getrennt abgespannt. Die Spannung der Fahrleitung erfolgt durch die Federn der Sommerfeldt-Radspannwerke, die in der Imitation der Gewichte versteckt ist. Leider gab es zum Zeitpunkt des Baues dieser Strecke noch keine moderneren Spannwerke, deren Räder einen kleineren Durchmesser haben...
Die Schmalspurbahn war immer schon ein sehr eigenständiges Thema auf unserer Anlage. Nachdem es heuer (2008) endlich soweit ist, dass der "untere Kreis", also die Strecke zwischen Zell und Buchheide, elektrifiziert wird, wollen wir die Vorgangsweise bzw. die Umsetzung ins Modell an dieser Stelle dokumentieren.
Im Bereich Buchheide sollte die alte Fahrleitungsanlage nachgebaut werden. Obwohl die Fahrleitung beim Vorbild auch bereits modernisiert wurde (anfangs wurden andere Isolatoren verwendet, und die Fahrleitungskette war durch die Verwendung eines Hilfstragseils um einiges komplizierter), strahlt sie immer noch ein wenig das Flair der guten alten Eisenbahn aus.
Bevor das alles ins Modell umgesetzt werden konnte, standen Besuche vor Ort, zahlreiche Fotografien und das Studium einschlägiger Bücher und Zeitschriften am Programm.
Hier z. B. ein Detail eines Querjochs im Bahnhof Mariazell.
Bahnhof Laubenbachmühle: Ein Mastschalter, der dazu dient, die Fahrleitung des Ladegleises auszuschalten und zu erden. Hier sieht man auch gut, wie die Aufhängung des Tragseils modernisiert wurde.
Im Bahnhof Puchenstuben, der unserem Bahnhof Buchheide sehr nahe kommt, wurden auf die alten Masten moderne Rohrausleger montiert.
Im Bahnhof Annaberg entstand dieses Foto eines ebenfalls modernisierten Fahrleitungsmastes, allerdings hier noch mit den alten Schirmisolatoren. Charakteristisch ist auch der optische Zustand der Masten: Von hell- über dunkelgrau hin zu rot und braun sind alle Farbschichten zu sehen, und auch der Rost, der schon überall nagt.
Das Schaltgerüst des Bahnhofs Annaberg sollte das Vorbild für unser Buchheide werden. Natürlich waren viele Kompromisse notwendig, alles bis ins kleinste Detail nachzubauen, hätte den Zeitrahmen gesprengt.
Die alte Bauform der Ausleger, vor allem die hier sichtbare, stellt eine gewisse Herausforderung dar. Aber gerade diese Bauweise ist sehr charakeristisch für die Fahrleitungsanlage der Mariazellerbahn.
Ein Bild aus einem aktuellen Bericht: Das fast fertige Schaltgerüst in Buchheide. Noch fehlen die restlichen Speiseleitungen und das eine oder andere kleine Detail.
Diese 1099 ist übrigens ein ausgeschlachtetes Uraltmodell, das einfach nur dazu dient, die Lage des Fahrdrahtes zu überprüfen.
Es ist vorgesehen, so wie bei der Hauptstrecke auch, dass der Stromabnehmer wenige Milimeter unterhalb des Fahrdrahtes fixiert wird. So vermeiden wir zwei Dinge: unbeabsichtigtes Einfädeln und damit Beschädigung der Fahrleitung, und, aus rein optischen Gründen, das "Hüpfen" des Stromabnehmers zwischen den Masten, wenn die Fahrleitung durch die Feder hochgedrückt wird.
2009 wurde der Rummelplatz ausgebaut, an seiner Stelle entstand ein kleines Heizhaus für den Bahnhof Zell. Die Fahrleitung entstand nach ßBB Vorbild der Epoche 3, also Beton- und Gittermasten mit "Gasrohrauslegern". (Der Name kommt übrigens vom verwendeten Material: verzinkte Eisenrohre für Gas- und Wasserleitungen)
Als Besonderheit wurde ein Gleis mit einer Einfachfahrleitung überspannt, also ohne Tragseil.
Betonmaste mit Quertragwerken sieht man beim Vorbild sehr häufig. Auch auf der Mariazellerbahn wurden einige der alten Querjoche schon gegen diese modernen Konstruktionen ersetzt.
Autor: Michael SchleifenbaumErstellt am: 18.04.2005Zuletzt bearbeitet: 05.01.2010