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Für alle, die interessiert sind, möchten wir auf dieser Seite die bei uns auf der Anlage verwendeten Materialien und deren Verwendung näher beschreiben. Islandmoos und eingefärbte Sägespäne sind längst nicht mehr "in", und mittlerweile gibt es eine Vielzahl verschiedener Produkte für den Anlagen- und Landschaftsbau.
Unterbau
Für die tragenden Elemente und die Gleistrassen hat sich in den letzten Jahren die "Tischlerplatte" (Stärke ca. 20 mm) immer mehr durchgesetzt. Pressspanplatten haben den großen Nachteil, dass sie beim Schneiden extrem viel Mist machen, und dass ihre Oberfläche oft so hart ist, dass man Schraubenlöcher vorbohren muss. Ein riesiger Vorteil, wenn man Weichenantriebe unter der Anlage montiert!
Das Grundgerüst der Anlage wird in der bekannten "Spantenbaumethode" aufgebaut, die den Vorteil hat, dass man sich auch unter Tage noch halbwegs bewegen kann.
Straßen (für das Car-System) wurden anfangs fast ausschließlich aus 3 - 5 mm Hartfaserplatten gebaut, die sich, leicht angefeuchtet, auch bestens biegen lassen. Mittlerweile verwenden wir 4 mm Sperrholz. Sperrholz hat eine weichere Oberfläche, wodurch sich Bohrer und Fräser für die Weichen und Spurrillen nicht so schnell abnützen.
Geländebau
Das Gelände wird in bekannter Art mit Fliegengitter oder Styropor bzw. PU-Schaum hergestellt. Eine ausreichend dicke Gipsschicht ist dann der letzte Schritt für den Rohbau der Landschaft.
Wenn der Gips noch nicht ganz trocken ist, lassen sich Felspartien wunderbar mit einem Stemmeisen oder einem Schraubenzieher herausbrechen. (An diesen Stellen empfiehlt es sich, den Gips stärker aufzutragen). Ist der Gips einmal komplett durchgetrocknet, ist es weit mühsamer, Felsen zu "stemmen". Ausserdem haben die Bruchkanten des feuchten Gipses ein körnigeres, und damit realistischeres Aussehen.

Die besten Erfahrungen haben wir mit "Moltofil" und "Ardumur" (aus dem Maler-Bedarf) gemacht. Am wichtigsten ist jedoch, dass der Gips eine ausreichende Verarbeitungszeit besitzt. Elektrikergips und andere schnell trocknende Materialien sind dabei gänzlich ungeeignet.
Farbe
Individuelle Mauern lassen sich auch hervorragend in den noch feuchten Gips einritzen. Gute Erfahrungen haben wir auch mit dem bekannten "Spörle-Formen" gemacht: Kautschukformen, die mit Gips ausgegossen werden. Bei größeren Flächen, oder gar gebogenen Mauern erfordern diese Gußteile aber einen relativ hohen Arbeitsaufwand, damit die Fugen nachher nicht zu stark zur Geltung kommen.

Erst wenn der Gips komplett getrocknet ist, wird er farblich behandelt: Als Grundierung ein Farbauftrag in braun-grauer Farbe, wenn das trocken ist, wird zuerst mit stark verdünnter schwarzer (schmutziger) Farbe lasiert. Nicht zuviel Farbe, lieber einen zweiten oder dritten Durchgang starten. Sonst wird alles viel zu dunkel. Anschließend, ebenfalls nach völligem Durchtrocknen, wird mit fast trockenem Pinsel mit wenig gebrochen weißer Farbe die Struktur noch zusätzlich hervorgehoben.
Gleise
Als Gleismaterial verwenden wir in erster Line Roco-Line ohne Bettung. Auch wenn es sich nicht um das Non-Plus-Ultra handelt, haben wir doch gute Erfahrungen damit gemacht. Einzig im Bereich der Weichenzungen (Gelenke) gab es Probleme mit der Stromübertragung (vor allem, wenn die Gleise eingeschottert und farblich behandelt waren), das haben wir aber durch das Einlöten kleiner Kabelbrücken behoben.

Die Unterflur-Weichenantriebe stammen ebenfalls aus dem Hause Roco, dadurch ist die Polarisierung des Herzstückes ohne weiteres möglich. In einigen Fällen sind Bemo-Motorantriebe und solche von Tillig verbaut.

Der Schattenbahnhof im Bereich Zell ist mit dem alten 2,5 mm Gleis ausgestattet, und, wie im gesamten unterirdischen Bereich, mit normalen, obenliegenden Weichenantrieben ausgestattet.

Vor dem Einschottern werden die Gleise, insbesondere die Schwellen farblich nachbehandelt. Als Schotter haben wir verschiedene Fabrikate verwendet: Echtschotter aus dem Hartsteinwerk Kitzbühel sowie Produkte von Faller, Noch und Woodland.
Die Schmalspurbahn erhielt 2004 versuchsweise Tillig Weichen. Es hat sich herausgestellt, dass die Weichen zwar optisch weit schöner als jene von Roco waren, aber dafür der Aufwand beim Einbauen und beim Anschließen weitaus größer war. Auch die Motorantriebe von Tillig wurden schließlich umgebaut, und funktionieren mittlerweile zur vollsten Zufriedenheit.

Der Rest der HOe Strecke wurde mit Roco Gleisen aufgebaut (inkl. Weichen und Antriebe)

Wie bei HO wird auch bei HOe bei allen Neu- und Umbauten das Gleis auf 5 mm Korkplatten (aus dem Baumarkt) verlegt.
Gras
Was würden wir ohne elektrostatischer Begrasung tun? Nun, ganz so ist es auch wieder nicht, schließlich waren diese Geräte noch vor einigen Jahren fast unerschwinglich, mittlerweile gibt es preisgünstige Produkte, seit neuestem auch von Noch. Die Sache ist einfach: In den noch feuchten Untergrund (Leim) werden elektrostatisch aufgeladene Grasfasern "geschossen". Mit ein wenig Übung erhält man so realistisch aussehende Wiesen und Grasbüschel.

Die besten Erfahrungen haben wir bis jetzt mit den unterschiedlichen Fasern von Heki gemacht. Am besten alle ein wenig mischen, so vermeidet man Eintönigkeit.
Bäume
Wer erinnert sich nicht an die "Pfeifenputzerbäume" und Islandmoos an allen Ecken und Enden? In der Zwischenzeit gibt es eine Menge an verschiedensten Materialien und Produkten für den Landschaftsbau. Niedrige Büsche und Bodendecker werden mit Heki-Foliage nachgebildet, für höhere Büsche und Bäume in Gruppen eignet sich Seemoos am besten. Das feine Naturmaterial muss nur noch begrünt werden, und ist ziemlich ergiebig. Für die Begrünung verwenden wir feine und feinste Flocken der verschiedenen Hersteller (Heki, Woodland, Busch, ...).



Die ersten Versuche, naturgetreue Nadelbäume zu bauen, kann man hier sehen. Hauptsächlich wachsen aber auf unserer Anlage auch noch immer die berühmten Pfeifenputzer, allerdings etwas verfeinert, und teilweise zur Hochstammfichte "umgebaut".
Für einzelne, markante Bäume eignet sich Seemoos nicht wirklich. Hier zahlen sich die - zugegeben etwas teureren - Bäume von Mininatur aus. Durch die realtische Größe und Struktur erzielt man oft verblüffende Wirkung. Bäume dürfen auch auf einer Modelleisenbahn durchaus eine stattliche Größe erreichen.
Signale & Co:

Nach einigen leidlichen Erfahrungen mit gekauften Signalen (zu filigran, zu teuer, zu empfindlich...) haben wir uns entschlossen, die Signale, so wie wir sie brauchen, selbst zu bauen. Auf dem Bild links z. B. eine Signalbrücke, deren Vorbild einmal in einer Eisenbahnzeitschrift abgebildet war.

Lampen und Leuchten stammen zum größten Teil aus dem Sortiment von Brawa, Viessmann und Conrad, Verkehrszeichen und Eisenbahnsignale sind zum Teil selbstgemacht (am PC gezeichnet) oder gekauft.
Am Ende kommt es aber immer auf die handwerklichen Fähigkeiten des Einzelnen an. Auch ohne Mininatur lassen sich gute und sehenswerte Ergebnisse erzielen. Vie wichtiger ist, dass man ein Auge für das Vorbild hat, und die Natur rund um den Bahndamm gut beobachtet. Die Landschaft soll in sich stimmig aussehen. Dann kann eigentlich nichts mehr schief gehen...
Autor: Michael SchleifenbaumErstellt am: 21.01.2011Zuletzt bearbeitet: 21.01.2011